Piano
Für den schwedischen Piano-Shooting-Star Joel Lyssarides stehen Substanz und Tiefe stets über flashy Konzepten, Emotion und Ausdruck über schierer Virtuosität. Auch die Qualitäten seines langjährigen Trios liegen im Detail: in feinen Nuancen, filigransten Facetten von Harmonie, Groove und Dynamik, die zusammen ein musikalisches Bild entstehen lassen, das weit mehr ist als die Summe seiner Teile. Das hört und spürt man – und es dürfte genau diese Verbindung aus Können, Raffinesse und emotionaler Kraft sein, die dazu führt, dass Joel Lyssarides’ Stücke allein auf Spotify inzwischen über 100 Millionen Mal gestreamt wurden.
Und es ist vermutlich auch der Grund dafür, dass Lyssarides auf unterschiedlichsten Ebenen gefragt ist: als Begleiter von Nils Landgren, Viktoria Tolstoy u. v. m., als Pianist des e.s.t.-Tribute-Projekts rund um Dan Berglund und Magnus Öström, aber auch als Komponist für Musik zu Videospielen und Pop-Produktionen.
Sein neues Album „Late on Earth“, das am 24.4. bei ACT erscheint, ist für Joel Lyssarides das Ergebnis eines über vier Jahre andauernden Prozesses – einer intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst und eines kontinuierlichen Austauschs mit Produzent Andreas Brandis. „Die wichtigste Veränderung im Vergleich zu früheren Aufnahmen war, dass ich einerseits bewusst über meine Grenzen hinausgegangen bin und mir gleichzeitig erlaubt habe, loszulassen und nicht mehr nach Perfektion zu streben. Denn am Ende ist es oft gerade das Imperfekte, das unsere Kunst menschlich und interessant macht.“
Imperfektion mag für Lyssarides, der oft acht Stunden am Tag am Klavier verbringt, ein relativer Zustand sein. Doch die Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen ist Ausdruck seiner immerwährenden Suche nach tiefempfundener, aufrichtiger Emotion – und seines ebenso tiefen Wunsches, diese mit dem Publikum zu teilen.
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